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28.09.2017 - Begeistert von so viel Begeisterung - „Mercedes-Benz 300 SL – Das Jahrhundertauto“. „Mercedes-Benz 300 SL – Das Jahrhundertauto“

Wer dort, wo er den meisten Spaß hat, das „High-end“, die höchste Entwicklungsstufe der Ingenieurskunst, identifizieren will, findet nicht leicht – und vor allem nicht viele – Güter, die sich dazu eignen. Der Mercedes-Benz 300 SL aber ist ganz zweifelsfrei so eines. In vielleicht keinem zweiten Auto wird die jeweils ultimative Entwicklungsstufe der Motoren- und Technik-Kunst seiner Ingenieure sichtbarer.

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Einen 300 SL zu fahren bedeutet für den Besitzer, selbst zum Innovationsmotor dieser kultiviertesten Form der sportlichen Mobilität zu werden.

Nirgends geht dem Fahrer die ikonisch-röhrende Eleganz einer Spitzenleistung der Moderne mehr in die Vene. Seit sieben Jahrzehnten nahezu überschäumender Überlegenheit über Konkurrenten der sportlichen Mobilität ist das so. Jeden Sportauto-Trend führte ein SL an. Bei alledem ist das Konzertwerk dieses Boliden, das aus der Tiefe der Brennkammern nach außen dröhnt, lebendiger geblieben als alle anderen. Kultur und Spaß, ja, mehr noch, die Kultur des Spaßes an und mit der Fahrfreude in einem vollständig alltagstauglichen Sportstudio sind in jeder Generation des Jahrhundertautos allen Wettbewerbern um mindestens eine Generation der Kraftfahrzeugentwicklung voraus gewesen – und sind es noch. So etwas ist schwer zu beschreiben. Tausenden von Artikeln spürt man die Mühe der Schreiber an, die Gefühlswallungen auf Papier zu bringen, die ihnen beim Inhalieren schon der Silben „ES ELLL“ das Atmen schwer machten.

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„Mercedes-Benz 300 SL. Das Jahrhundertauto.“ So heißt das Buch von Hans Kleissl und Harry Niemann.

Um so erfrischender, nun endlich den ultimativen Schlussstrich unter alle diese Bemühungen in die Hand zu bekommen: „Mercedes-Benz 300 SL. Das Jahrhundertauto.“ So heißt das Buch von Hans Kleissl und Harry Niemann. Erschienen im Motorbuch Verlag, 368 Seiten, 400 Abbildungen, davon die meisten im Bildband-Großformat, ohne Schuber und in bestmöglicher Ausstattung in die Buchgeschäfte und die Herzen der Enthusiasten transplantiert, ist das Brikett aus hochwertigem, vollsatiniertem Kunstdruckpapier mit Fadenbindung von einem Gewicht, für das man irgendwie verspielt gern die 99 Euro bezahlt, die dem Verlag die Mühe und den beiden Autoren die in Jahrzehnten erworbene Sachkenntnis vergolden. 

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„Mercedes-Benz 300 SL. Das Jahrhundertauto.“ Erschienen im Motorbuch Verlag, 368 Seiten, 400 Abbildungen, davon die meisten im Bildband-Großformat.

Wer bisher meinte, die Welt sei an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr möglich sei, neue Fakten und Zusammenhänge über den 300 SL zusammenzutragen, ohne in Plagiate zu verfallen, sieht sich durch das Autorengespann Niemann/Kleissl nicht nur eines Besseren belehrt. Nein, er stellt erfreut fest, dass beide mit dem heute schon ebenso ikonischen Standardwerk ihrer Sprachkunst die Ikone des 300 SL perfekt symbiotisch in ihre Diktion,  Fotos und alle weiteren Darstellungen übernehmen. Das muss man erst einmal schaffen. Niemann/Kleissl ist es gelungen.

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In vielleicht keinem zweiten Auto wird die jeweils ultimative Entwicklungsstufe der Motoren- und Technik-Kunst seiner Ingenieure sichtbarer.

Und so führen die beiden Autoren, von nun an unzweifelhaft und anerkanntermaßen intimste Kenner der Geschichte dieses automobilen Kunstwerks, die Leser mit leichter Feder und beeindruckenden Bildern vom 300 SL Rennwagen des beginnenden, deutschen Wirtschaftswunders über den Prototyp (W194/11) von 1953 zum Flügeltürer - und nicht nur damit in die Unsterblichkeit … 

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Wer bisher meinte, die Welt sei an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr möglich sei, neue Fakten und Zusammenhänge über den 300 SL zusammenzutragen, ohne in Plagiate zu verfallen, sieht sich durch das Autorengespann Niemann/Kleissl nicht nur eines Besseren belehrt.

Zugleich machen der Sozialwissenschaftler und Publizist Dr. Harry Niemann und der weltweit anerkannte Experte für den 300 SL, Hans Kleissl, den Fans vom Kind bis zum Kind im Manne überdeutlich: Einen 300 SL zu fahren bedeutet für den Besitzer, selbst zum Innovationsmotor dieser kultiviertesten Form der sportlichen Mobilität zu werden. (Und das auch unter denen, die als „Trottel“ zwar nicht den Geist, wohl aber das Geld haben, den Stern auf der Benchmark des Autobaus zu bezahlen.) Letzteren Satz werden manche nicht gern hören. Viele aber mit einem überlegenen Schmunzeln bejahen. Denn letztlich ist es egal wie, wenn man es überhaupt schafft, Faszination so, wie es die Ingenieure von Mercedes erreicht haben, kristallin werden zu lassen. Und alltagstauglich. Hauptsache also: Es ist erreicht. (Ich persönlich hätte mir für dieses opulente Werk vom Verlag allerdings noch mindestens ein Lesebändchen gewünscht.)

Autor: Norbert Gisder

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