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24.07.2017 - British Open: Jordan Spieth spielt Achterbahn-Golf und beeindruckt mit verrücktem Comeback. Jordan Spieth, der Glückspilz

Mit drei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde der British Open, das klingt komfortabel für einen Weltklassemann wie Jordan Spieth. War es aber nicht, die alleinige Führung war schon nach wenigen Löchern dahin. Dann sah er plötzlich aus wie ein Verlierer, um dann wie Phönix aus der Asche wieder aufzusteigen an die Spitze des Leaderboards. Was für ein verückter Finaltag der British Open 2017.

Jordan

Achterbahn-Sieg für Jordan Spieth bei der 146ten British Open in Royal Birkdale in England. © Stoertebek

Der "Champion Golfer of the Year" heisst Jordan Spieth. Das hätten viele Golfinteressierte auch schon nach Runde Drei der 146ten British Open vermutet, denn der 23jährige Amerikaner war mit drei Schlägen Vorsprung auf den Zweitplazierten ins Rennen gegangen, die nächsten Spieler dahinter waren bereits sechs Schläge entfernt. Das ist sehr viel bei den Profigolfern, aber ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Drei-Schläge-Vorsprung vor seinem Landsmann Matt Kuchar war bereits nach vier Löchern  und drei Bogeys dahin, nach weiteren Bogeys an den Löchern Neun und Dreizehn lag Spieth hinter Kuchar, sein Spiel war so schlecht, dass keinerihm noch einen Sieg zutraute. Er traf kaum noch ein Fairway, sein Putten warunterirdisch. Doch dann kam ein finale furioso, das in die Geschichtsbücher eingeht. Die Löcher 14 bis 17 spielte er in fünf unter Par, wie von einem anderen Planeten. Birdie an der 14, Eagle an der 15, Birdies an den Löchern 16 und 17. Matt Kuchar spielte gut, abslovierte die selben Löcher in Zwei unter Par und musste konsterniert zusehen, wie ihm der schon sicher scheinende Sieg entglitt. Jordan Spieth als überglücklicher Sieger konnte es selbst kaum fassen. "Ich weiss gar nicht, wie ich heute eine Runde von Eins unter Par geschafft habe." Egal, nach seinen Siegen bei den U.S. Open und dem Masters vor zwei Jahren fehlt ihm jetzt nur noch der Titel der PGA Championship, dann hat er den "Career Grand Slam", alle vier zu vergebenden Major-Titel, erobert. Der 39jährige Matt Kuchar, Gewinner der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen, bleibt weiter ohne Major-Sieg. Dritter wurde der junge Chinese Haotong Li. Als Nummer 237 der Weltrangliste und kurz vor seinem 21. Geburtstag gewann er die Volvo China Open im May 2016 und drei weitere Siege auf der China Tour bescherten ihm einen Startplatz zur 146ten Open in Royal Birkdale, den er nutzte. Seine 63 in der Finalrunde war eine Sensation, die beste Runde des Turniers und damit auch die beste Runde in einer British Open überhaupt gelang Branden Grace, der Südafrikaner spielte in Runde Drei eine 62. Hinter Spieth, Kuchar und Li teilen sich Rafael Cabrera-Bello und Rory McIlroy Rang Vier. McIlroy spielte großes Golf, aber seine Putts fielen nicht. Erst auf dem neunten Grün das erste Birdie, das war zu spät, um den großen Vorsprung der beiden Amerikaner zu egalisieren. Marin Kaymer spielte ein solides Turnier, in der derzeitigen Form hat er mit Titeln bei Turnieren aber nichts zu tun. Am Ende Rang 37, immerhin Cut geschafft, mehr kann man wohl nicht erwarten von dem Deutschen, der auch in der Weltrangliste weit zuürck gefallen ist und nicht mehr unter den Top 50 rangiert. Der Österreicher Bernd Wiesberger, der die ganz Saison schon gute Ergebnisse erzielt, ist mit einer 74 in der letzten Runde abgestürtzt, er beendete die 146te British Open auf Rang 74 von 77 Spielern, die sich für das Wochenende qualifiziert haben.

Ein Lob auf die englischen Zuschauer. Es ist einfach angenehm, das fachkundige englische Publikum zu beobachten. Sie wissen sich zu benehmen, Störungen sind für die Spieler die absolute Ausnahme. Kein "iiiinnn-ttthhheee-hhhooooollle" von Zuschauern, kein Gerenne und Geschubse, wie man es vor allem aus den USA kennt. Und das trotz einer Rekord-Zuschauerzahl von weit über 300.000 an den vier Turniertagen,  die sich über den Platz an der englischen Nordwestküste verteilten.