Advertisement

02.10.2016 - PGA Tour/European Tour: 41. Ryder Cup – Single Matches USA 17 : 11 Europa, danke Darren für nichts

Die Vierer waren gespielt und Europa ging mit 6 ½ : 9 ½ in die 12 Einzel-Matches. Dank dem europäischen Captain Darren Clarke, der seine Wildcards lieber an seine „Freunde“ Lee Westwood und Martin Kaymer anstatt an Paul Casey und Russell Knox, die in dieser Saison stark spielten, vergab, bekam Europa ein deftige Klatsche.

Ryder Cup

Das Objekt der Begierde © Rolex

Allerdings war diese Entscheidung auch ein Politikum, denn Casey hat seine europäische Tour-Karte ja zurückgegeben und Knox, der fast nur noch in den USA spielt, wollte die European Tour wohl nicht haben, denn sie sind in deren Augen „Abtrünnige“. Ein Fehler, wie sich klar herausgestellt hat. Sport, auch Golf, wird immer mehr zur Politik in Europa, die Quittung hat man hier in Hazeltine bekommen. Eine Klatsche, die lange nachwirken wird. Darren Clarke, der europäische Captain hat mit den Picks nicht nur sein eigenes Team geschwächt, sondern auch die USA noch gestärkt. Das tut doppelt Weh. Kaymer und Westwood spielten unterirdisch und waren es wirklich nicht Wert ins Team berufen zu werden. Jedoch ging bei unserem Captain Freundschaft vor Leistung. Das einzige Positive, das man Clarke zugestehen muss ist die Nominierung von Thomas Pieters, der diese mit Leistung zurückzahlte. Darren Clarke hoffte auf dem Medinah-Effekt, als die Europäer in den Single-Matches über sich hinauswuchsen und den Ryder Cup noch gewonnen haben. Diese Leistung der damaligen Spieler konnte man heute nicht voraussetzen. Es bleibt zu hoffen, dass man in zwei Jahren auf europäischem Boden anders ans Werk gehen wird. Ein weiterer Faktor der Niederlage liegt daran, dass die amerikanischen Fans von Tag zu Tag unfairer wurde und in jeden Schlag eines europäischen Spielers hinein grölten. Hier die Ergebnisse in den Einzel-Matches:

McIlroy

Rory McIlroy war die Stütze des europäischen Teams © Rolex

Patrick Reed 1auf Rory McIlroy

Gleich im ersten Match trafen die beiden stärksten Spieler ihrer Teams aufeinander. Beide lagen nach 11 Löchern immer noch all square, danach wurden die Nerven von McIlroy arg strapaziert, denn die Fans schrien in jeden seiner Schläge hinein. Reed gewann die Löcher 12 und 16, McIlroy Loch 17. Am letzten Loch spielten beide ein Birdie und der Amerikaner gewann 1auf.

Jordan Spieth 3&2 Henrik Stenson

Bis zum achten Loch war diese Partie noch ausgeglichen, danach kam Stenson richtig ins Rollen. Mit Lochgewinnen an der neun, 11, 13 und 16 und Lochverlust an der 12 schickte der Europäer den Amerikaner mit 3&2 nach Hause.

Pieters

Thomas Pieters war die positive Überraschung um europäischen Team © Rolex

J.B. Holmes 3&2 Thomas Pieters

Hut ab vor dem Rookie Thomas Pieters. Bei seinem Debüt zeigte er schon in den Vierern ein Top Leistung. Im Einzel konnte er jeden Angriff von Holmes abwehren und zeigte sich nervenstark. 10 Löcher gestaltete Pieters das Match ausgeglichen, dann ließ er drei Lochgewinnen auf den letzten sieben Löchern dem Amerikaner keine Chance mehr und holte mit 3&2 einen weiteren Punkt für das europäische Team.

Rickie Fowler 1auf Justin Rose

Justin Rose kämpfte in dieser Auseinandersetzung wie ein Löwe und lag nach neun Löchern 1auf. Auf den zweiten neun konnte der Engländer allerdings kein Loch mehr gewinnen, während sich Fowler zwei Löcher holte und mit 1auf gewann.

Cabrera-Bello

Bei seinem Debüt lieferte Rafael Cabrera-Bello eine starke Leistung ab © Stoertebek

Jimmy Walker 3&2 Rafael Cabrera-Bello

Der Spanier war neben Pieters die zweite große Überraschung bei den Europäern. Schon im Vierer mit seinem Landsmann Sergio Garcia spielte er stark. Im Einzel lag er nach neun Löchern 3auf, leistete sich dann aber eine Schwächephase in dem er zwei Löcher abgab. Von Loch 13 an bis zum Ende fand Cabrera-Bello wieder zu alter Form zurück, gewann die Löcher 13 und 16 sowie das Match mit 3&2.

Phil Mickelson all square Sergio Garcia

Es war der Kampf der Giganten. Von 1auf bis 1down erlebte der Spanier ein Wechselbad der Gefühlte und trennte sich am Ende Leistungsgerecht mit all square. Garcia gehörte zu den Säulen des europäischen Teams.

Ryan Moore 1auf Lee Westwood

Für Lee Westwood war es wohl der letzte Ryder Cup in seiner Karriere. Nur durch die enge Freundschaft mit Darren Clarke erhielt der Engländer ein Wildcard, die ein wirklicher Witz war. Nach seinem unterirdischen Auftritt im Vierer am Freitagmorgen, setzte Clarke ihn auf die Ersatzbank und ließ ihn nur noch im Einzel ran. Hier kämpfte Westwood zwar, musste sich am Ende jedoch mit 1down geschlagen geben.

Brandt Snedeker 3&1 Andy Sullivan

Nach drei Löchern führte Sullivan zwar mit 2auf, danach war der Debütant jedoch chancenlos gegen einen locker aufspielenden Snedeker und unterlag dem Amerikaner deutlich mit 3&1.

Dustin Johnson 1auf Chris Wood

Wood wehrte sich in diesem Match mit allem, was er hatte, musste sich jedoch geschlagen geben. Dustin Johnson war in dieser Partie der Haus hohe Favorit, konnte seiner Rolle allerdings nur bedingt gerecht werden.

Brooks Koepka 5&4 Danny Willett

Fünf Löcher lang konnte Willett dem starken Amerikaner Paroli bieten und führte 1auf. Dann legte Koepka den Turbo ein, kam immer besser in sein Spiel und fegte den Europäer klar mit 5&4 am Platz. Koepka gehörte im amerikanischen Team zur großen, positiven Überraschung.

Kaymer

Martin Kaymers Auftritt bei diesem Ryder Cup muss erneut als schwach bezeichnet werden © Rolex

Matt Kuchar 1auf Martin Kaymer

Martin Kaymer auf die 11. Position zu setzen ist eine Ohrfeige für den Deutschen. Es zeigte, dass Clarke von ihm nichts erwartete, nachdem Kaymer in den Vierern unterging und keinen Punkt holte. Nach acht gespielten Löchern lag der Deutsche bereits mit 3down in Rückstand und keiner gab noch einen Pfifferling mehr für ihn. Ab Loch neun schlug Kaymer allerdings zurück und gewann das Match noch mit 1auf. Schon beim letzten Auftritt vor zwei Jahren auf europäischem Boden kaschierte Kaymer seine schlechte Leistung mit dem Sieg-Putt und wurde damals zum Helden. Eines dürfte jetzt klar geworden sein: Kaymer wird wohl in Zukunft nur noch im Ryder Cup spielen, wenn er sich automatisch qualifiziert. Ein Wildcard wird er wohl nie mehr bekommen.

Zach Johnson 4&3 Matt Fitzpatrick

Johnson machte in diesem Match von Anfang an klar, wer Herr im Hause ist und fügte dem europäischen Fitzpatrick mit 4&3 eine regelrechte Klatsche zu.

Fazit:

Darren Clarke geht wohl als schlechtester europäischer Captain in die Geschichte ein. Beim Ryder Cup darf Freundschaft nie vor Leistung stehen. Diese bittere Erfahrung musste der Nordire machen und wird wohl lange daran zu knabbern haben. Man kann nur hoffen, dass es in zwei Jahren auf europäischen Boden solche Fehlentscheidungen in Sachen Wildcards nicht mehr geben wird. Das die Siegesserie der Europäer einmal zu Ende geht ist kein Beinbruch, doch die Art und Weise ist zu überdenken. Also, auf ein Neues 2018 in Frankreich.