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02.08.2010 - Das Insel-Tagebuch GC Morsum - für stille Genießer

Auf der Wattseite der Insel liegt der Golfclub Morsum e.V. Ein echter Privatplatz, wie es ihn so eigentlich nur ein einziges Mal in Deutschland gibt, und das ist sicher auch kein Zufall. Den GC Morsum findet man nicht in den Büchern des Deutschen Golf Verbandes, weil er kein Mitglied ist. In Morsum ist der deutsche Geldadel unter sich, Fremde wurden lange Zeit gar nicht auf den Platz gelassen.

Der Platz hat einen prominenten Gründer, Axel Cäsar Springer, der große Verleger, hat sich den GC Morsum als Privatplatz zugelegt, nachdem es ihm nicht gelungen war, sich den Marine Golf Club zu eigen zu machen. Zunächst als 6-Loch-Platz, der dann alsbald auf neun Löcher erweitert wurde. Die schöne Lage am idyllischen und für Sylter Verhältnisse windarmen Watt hat Axel Springer 1964 veranlasst, seinen Platz dort anzulegen. Seit den 7oer Jahren wird der Platz vom Golfclub Morsum betrieben, heute hat er rund 250 Mitglieder, das Durchschnittsalter der Mitglieder dürfte mittlerweile deutlich über 70 Jahre liegen. Jugendförderung oder offene Turniere hat der Klub nie angeboten, die Herrschaften blieben lieber ungestört unter sich, Greenfeespieler waren nie willkommen.

Vor einigen Jahren startete dann die Diskussion unter den Mitgliedern, ob der Platz auf 18 Löcher ausgebaut werden sollte. Die Ansichten darüber gingen weit auseinander, am Ende wurde dann doch beschlossen, die Anlage zu erweitern. Unzählige Bäume, Sträucher und Hecken sind gepflanzt, Teiche und Heideflächen angelegt und rund 120.000 Kubikmeter Erde bewegt worden. Der Platz ist von 27 auf 67 Hektar angewachsen, dabei machen die Golfbahnen nur ein Drittel des Areals aus. Die Natur steht im Mittelpunkt, hat reichlich Platz. Kein einziges Haus steht auf der Anlage, mit Ausnahme des Klubhauses. Und dort können seit der Erweiterung wochentags auch Gäste einchecken. Ein Glücksfall für die Mitglieder, ein Glücksfall für Sylt! Seit der Eröffnung Anfang 2009 ist eine neue Ära auf dem traditionsreichen Golfplatz angebrochen. Der GC Morsum lässt eine begrenzte Anzahl Greenfeespieler zu, ein Clubausweis und ein Handicap von 34 sind die Voraussetzung für eine Runde auf dem höchst reizvollen Platz. Das Klubhaus wird geführt von Sabine Hirschberger, sie ist das Herz des Klubs. Ihre freundliche, verbindliche Art ist schon bemerkenswert, obendrein ist sie auch noch ein exzellente Köchin, die jeden Tag frischen Kuchen backt oder kleine Imbisse zur Stärkung nach der Runde parat hat. Auch ein paar aufmunternde Worte, wenn zu viele Bälle im Rough eine neue Heimat gefunden haben.

Für Erstbesucher ist das Klubhaus als solches gar nicht leicht zu erkennen, es ist ein kleines, weißes Reetdachhaus im Friesenstil, das an der Seite die schmiedeeisernen Initialen des Klubgründers zeigt: AS, Axel Springer. Die Erweiterung des GC Morsum kann man fast als genial bezeichnen, nicht nur, weil die neuen Spielbahnen so gelungen sind, sondern auch, weil die alten und neuen Löcher so kombiniert wurden, dass man ständig zwischen alten und neuen Bahnen wechselt. Nach fünf Löchern des alten Platzes geht es auf das erste neue Loch, ein Par 5 mit 519 Metern. Bahn 9 ist dann wieder vom alten Platz, führt zurück zum Klubhaus. Die Löcher 11 bis 16 dann wieder neu, die beiden Finallöcher führen dann zurück. Einfach Klasse gemacht.

Bernd J. Störtebek

Golfclub Morsum auf Sylt e.V.
Uasterhörn 37
25980 Sylt / O.T. Morsum
Telefon 04651-97153

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