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19.07.2011 - Aberdeen Diary, Part Four Murcar Links Golf Club

Ein guter „Links“-Kurs sieht immer so aus, als sei er von Mutter Natur selbst erschaffen, und wenn ein besonders schönes Fleckchen Erde dafür genommen wurde, kommt so ein fabelhafter Platz wie dieser dabei heraus. „Murcar Links Golf Club“ ist ein so typischer Links-Kurs, wie er typischer nicht sein kann.

Vom Klubhaus aus schaut man auf ein Gelände, das eher unspektakulär wirkt. Leicht hügelig, mit ein paar vereinzelten Bäumen, die sich im Wind verbogen haben, ein paar Sträucher und Büsche. Das soll ein guter Golfplatz sein?

Vom ersten Tee aus sieht das Ganze dann schon anders aus. Ein Par 4, nur gute 275 Meter lang. Ein leichtes Loch ist es dennoch nicht, selbst wer einen guten und geraden Abschlag produziert, hat Mühe, das kleine Grün zu treffen. Das Treffen eines Grüns ist auch gar keine Gute Idee auf einem „Links“-Platz, die Grüns sind knallhart und der Ball muss mindestens zwanzig Meter vor dem Grün landen, von dort rollt er dann auf die Puttfläche. Bleibt er dort, gibt es mit zwei Putts ein Par.

Falls nicht, kommt er im Topfbunker links zur Ruhe, läuft er über das Grün, landet er im Aus. Autsch. Das zweite Loch, ebenfalls relativ einfach. 305 Meter, und in der Platzbeschreibung erscheint die Warnung: „Machen Sie nicht den Fehler, sich von dem freundlichen Start in die Irre führen zu lassen“. Loch 3 mit Namen „Ice House“ beweist, was hier gemeint ist. 360 Meter, es wird eng und so geht es weiter. Jedes Landen in einem Topfbunker kostet einen Schlag – mindestens.

Im Jahre 2009 wurde „Murcar Golf Links“ 100 Jahre alt, mit gossen Feierlichkeiten wurde das Jubiläum begangen. In den dreissiger Jahren wurde der Kurs noch einmal überarbeitet, seither ist nicht viel verändert worden. Mal eine neue Teebox hier und da, aber das war es dann auch schon. Bei Par 71 ist der Platz nicht lang, knapp 5300 Meter von den Herrenabschlägen, keine 5900 Meter von den hinteren Tees. Leicht ist der Platz dennoch nicht, nicht einmal bei wenig Wind.

Bei viel Wind kommen nur noch die zurecht, die den „Punch“ beherrschen, den Schlag, der die flache Flugkurve auslöst. Die Mitglieder beherrschen ihn alle, versichert mir Carol O’Neill, die Klubmanagerin – denn kein Wind ist hier sehr selten.

Der schottische Fremdenverkehrsverband wählte die „Murcar Golf Links“ im Jahre 2007 sogar zum „Course of the Year“ – wer die Konkurrenz kennt, weiß um die Bedeutung dieser Auszeichnung. 2006 war hier die „Challenge Tour“ zu Gast, im Jubiläumsjahr 2009 gab es gleich zwei große Turniere: die „European Girls Team Championship“ und die „Scottish Amateur Strokeplay Championship“.

Ganz in der Nähe entsteht auch „Trump International Golf Links“. Der golfverückte amerikanische Milliardär wird genau wissen, warum er ein Gelände wie diese für das Meisterstück in seiner Kollektion ausgewählt hat.

Murcar ist ein echter Test für Golfer, Anfänger sollten ihn meiden, es macht keinen Sinn, für Novizen ist er einfach zu schwer. Alle anderen werden den Kurs lieben, zumindest wenn sie einen guten Tag in den schottischen Dünen hatten. Für diejenigen, die zuviele Bälle verloren haben, bleibt dann immer noch die Hassliebe.

Das Trio mit den drei Golfplätzen „Meldrum House“, „Cruden Bay“ und „Murcar Links ist ein klasse Paket, die Übernachtung im „Meldrum House Hotel“ kann ich nach meinem Besuch sehr empfehlen. Der „Green Lady“, dem Hausgeist, bin ich nicht begegnet, aber vielleicht haben Sie bei Ihrem Besuch in Aberdeen an der Nordostküste Schottlands mehr Glück!

http://international.visitscotland.com/de/
http://www.murcarlinks.com/

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