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15.07.2011 - Aberdeen Diary, Part Three Cruden Bay Golf Club

Es ist ein weiter Weg zurück in die Gründertage des „Cruden Bay Golf Club“, ein sehr weiter Weg. 1791, nein, ich habe mich nicht verschrieben, soll es bereits einen Neun-Loch-Golfplatz namens „Cruden Golf Club“ gegeben haben, verbürgt für den heutigen Platz ist jedoch das Datum 1883, eine Siegerplakette aus dem Klub dient als Beweis. Wir tauchen ein in die Historie des Golfens, wir sind auf einem wunderbar typischen „Links“-Golfplatz, direkt an der rauen Nordostküste Schottlands.

Seine Entstehung in der heutigen Form ist auch die Geschichte der Eisenbahn, denn die „Great North of Scotland Railway Company“ brachte Gäste aus dem Süden bis zum „Cruden Bay Hotel“, das im Jahre 1899 eröffnet wurde. Eine Fotogalerie im Klubhaus berichtet von den alten Tagen, als die Gäste direkt an der Bahnstation empfangen und zum Hotel geleitet wurden. Da war der Golfplatz schon fertig, den Archie Simpson mit der Hilfe des legendären Old Tom Morris aus St. Andrews verwirklicht hat.

Das Eröffnungsturnier fand am 14. und 15. April 1899 statt, das Gesamtpreisgeld betrug sagenhafte 120 Pfund. Der Gewinner wurde ein bekannter Mann, es war niemand geringeres als Harry Vardon. Die Gesamtlänge des Platzes betrug zu der Zeit 5290 Yards, exakt 4761 Meter. Für heutige Verhältnisse lächerlich, aber zu Zeiten der mit Federn gefüllten Lederbälle und Eisen und Hölzer mit Holzschäften sicher nicht einfacher als heute.

Heute wird er als Par 70-Kurs von Weiss mit mit 6287 Yards gespielt, das sind 5658 Meter. Von Gelb sind es 5850, ebenfalls Par 70. Die Damen spielen von Rot, 5607 Yards als Par 73. Die reinen Zahlen sagen jedoch nur wenig über das Erlebnis, was dieser Kurs seinem Besucher beschert. „A unique and unforgettable experience“, eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung“, das verspricht die Website.

Und das stimmt, jedes Loch ist eine Herausforderung. Immer wieder geht es auf erhöhte Abschläge, Fairways wirken wie schmale Zungen. Wer sie verfehlt, hat vielleicht Glück, den Ball in einem der zahllosen Topfbunker zu finden, in den dicken Ginsterhecken ist Suchen ebenso sinnlos wie im hüfthohen Gras. Spektakulär ist ganz besonders das Loch 10. In der hintersten Ecke des Platzes steht man auf einem Hochplateau und packt erstmal nicht den Driver aus, sondern die Kamera.

Ein faszinierender Ausblick, hier versteht jeder, warum so viele Golfer ihr Herz an einen „Links“-Platz verlieren. Minutenlang staune ich, genieße den Ausblick, bis ich dann schließlich doch das tue, wofür wir hier sind. Einen Ball auf das Tee setzen und den Driver schwingen. Der Höhenunterschied zum tief gelegenen Fairway beträgt mindestens zwanzig Meter, es ist schön zu sehen, wie der Ball in den Himmel steigt und dann fast senkrecht wieder zur Erde kommt.

Jedes Loch verdient eigentlich eine Beschreibung, aber warum fahren Sie nicht selbst einmal nach Aberdeen, um die Plätze zu spielen. Sie werden es sicher nicht bereuen. Zumal die Greenfees hier im Nordosten durchweg moderat sind. Ein Tagesgreenfee in der Woche für 70 Pfund, rund 80 Euro, ist ein Schnapper. Am Wochenende kostet eine Runde 75 Pfund. Für den kleinen Par 3-Platz namens „St. Olaf“, der inmitten des 18-Loch-Platzes liegt, werden für eingeführte Gäste nur 10 Pfund fällig.

http://www.crudenbaygolfclub.co.uk/pages.php/index.html

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