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12.07.2011 - Aberdeen Diary, Part Two Meldrum House Golf Club

Der „Meldrum House Golf Club“ ist kein typisch schottischer „Links“-Golfplatz, er liegt nicht in den Dünen, nicht am Meer. Er liegt direkt am „Meldrum House Country Hotel“, zieht sich um das Hotel. Wenn Sie ein paar Tage im schönen Country Hotel verbracht und alle Plätze des Trios gespielt haben – dazu gehören die beiden original schottischen Plätze „Cruden Bay“ und „Murcar Golf Links“, dann werden Sie diesen Platz sicher nicht geringer schätzen als die „Links“-Plätze.

„Meldrum House“ ist ein exzellenter Golfplatz, ein typischer Parkland-Kurs, der sich über die sanften Hügel der Umgebung zieht. Und leicht ist er schon gar nicht. Es beginnt mit einem relativ kurzen Par 4, wie die meisten schottischen Plätze hat auch dieser für jedes Loch einen Namen. „Parcock“ ist von vorderen Abschlägen für Damen 284 Meter lang, von den hinteren Herren-Abschlägen 316 Meter. Dazwischen liegen drei weitere Abschläge, für jede Spielklasse ist etwas dabei.

Loch Eins ein leichter Auftakt? Mitnichten! In der Drivelänge liegt ein großer Teich, zwischen 160 und 230 Metern fängt er Bälle ab, die nach links verrutscht sind. Wer seinen Drive auf das Fairway bringt, hat nur noch ein kurzes Eisen zum Grün, kein Problem?

Oh doch, denn direkt vor dem Grün lauert das nächste Wasserhindernis, rechts vom Grün direkt an der Ausgrenze ein großes Sandhindernis und links vom Grün sechs kleine Topfbunker. „Parcock“ ist benannt nach dem großen Baum am linken Fairwayrand, an dem bis zum Jahre 1752 Kriminelle aufgehängt wurden! Das Loch hat es in sich, einer meiner Flightpartner – mit Handicap 11 – holte sich hier zum Start eine 9 ab und erholte sich davon auf den verbleibenden 17 Löchern nicht. Das Loch hat Vorgabe 9, liegt als im mittelschweren Bereich.

Das schwerste Loch des Platzes ist Loch 7 mit Namen „George Duncan“. Denn kennen Sie nicht? Der Mann hat 1920 die „Open Championship“ gewonnen! Von den hinteren Abschlägen 431 Meter lang, Par Vier, Ausgrenze rechts, Wasser ab 280 Meter bis direkt vors Grün. Da fühlt sich eine Fünf wie ein Par an. Das liegt auch daran, das die handgeschnittenen, schnellen Grüns starke Ondulierungen aufweisen und überraschende Breaks keine Seltenheit sind.

Eine Augenweide ist Loch 12. Das Par Fünf ist als Dogleg links ausgelegt, in der Drivezone lauern drei Topfbunker. Der direkte Weg zum Grün wird dann von sage und schreibe vierzehn kleinen, gemeinen Topfbunkern versperrt. Es sieht einfach sensationell aus. Das Fairway macht einen Bogen um die Kraterlandschaft, den zu nehmen ist sehr empfehlenswert. Hügel rauf und runter, teils mit großartigen Aussichten und immer wieder überraschenden Layout-Ideen, zum Schluss dann ein Par 3 mit 105 (Rot) bis 178 (Schwarz) Metern. Und noch einmal geht es komplett über Wasser, ein sehr anspruchsvolles Finale.

Der Klub hat aber noch mehr zu bieten: ein angenehmes, nicht mondänes Klubhaus und ein weitläufiges Übungsgelände, das absolut erstklassig ist. Head Pro Neil Marr leitet das Team seit seiner Eröffnung im Jahre 2000, zwei weitere Kollegen unterstützen ihn. Er wurde schon unter den besten 25 Teaching Pros im United Kingdom geführt. Der Golf Shop ist gut bestückt mit allen Topmarken – Callaway, Ping, Taylor Made, Titleist – alles da. „Meldrum House Golf Club“ ist ein privater Klub, Gäste des Country Hotels sind allerdings für ein Greenfee von ca. 80 Pfund, ca. 90 Euro, jederzeit willkommen.

Mehr Informationen:

http://www.meldrumhouse.com/index.html

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