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10.09.2018 - Mit WINSTONgolf vor den Toren Schwerins hat die Golfwelt in den letzten Jahren eine neue Pilgerstätte erhalten. Golfen mit Anspruch: hier geht es Links

Im Herzen Mecklenburgs erwartet den Golfer eine ungewöhnliche 45-Loch-Anlage. Ein gut 200 Hektar großes Areal mit drei Golfplätzen: dem 18-Löcher-Linksplatz Winston Links, dem 18-Löcher-Meisterschaftsplatz Winston Open, sowie dem Par 3-Übungsplatz Winston Kranich, alles ist eingebettet in eine Endmoränenlandschaft mit sanft geschwungenen Hügeln, üppigem Waldbestand und landschaftstypischen Seen.

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Die beiden Kraniche sind das Symbol von Winston Golf. © Störtebek

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Ein Links-Golfplatz mitten in Mecklenburg - kaum zu glauben, aber wahr. © Störtebek

Wahre Links-Golfplätze sind in Deutschland eine Rarität. Der typische Linkskurs liegt an den Meeresküsten in Irland und Schottland. In den sandigen Dünen zwischen Meeresküste und fruchtbarem Ackerland war es schon immer sehr sandig, Ackerbau unmöglich. Der Boden wurde als wertlos betrachtet und mit der Erfindung des Golf erhielt das Land seine neue Bedeutung. Ein richtiger Linkskurs zeichnet sich also nicht nur durch seine überwiegend baumlose Gestaltung aus, er liegt zudem an der Küste, auf sandigem Boden, in oder an den Dünen und ist naturgemäß sehr onduliert. Die Sandhindernisse liegen tief, in kleinen Kratern oder tiefen Bunkern. Das ist die einzige Chance, den Sand nicht bei den typisch windigen bis stürmischen Bedingungen wieder zu verlieren - er würde schlicht weggeweht.

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Die dritte Spielbahn, ein kniffliges Par 5, führt durch ein schmales Tal. © Störtebek

2011 wurde Winston Links vor den Toren von Schwerin eröffnet, logischerweise kann der Platz mitten in Mecklenburg nicht alle Bedingungen eines typischen Linksplatzes erfüllen. Die Ostsee ist zwar nur eine Stunde entfernt, küstennah ist das nicht wirklich. Der naturnahe Charakter - auch da darf man Zweifel äußern, als Reminiszenz an die Anfänge des Golfsports auf den britischen Inseln kann Winston Links allerdings kräftig punkten. Wir haben den Platz vor einer Woche mal wieder unter die Lupe genommen. Für den Platz wurden seinerzeit rund eine Million Kubikmeter Erde bewegt, hunderte bis zu zehn Meter hohe Hügel zieren den Platz. Der Platz wirkt in der mecklenburgischen Knick- und Waldlandschaft künstlich, das nimmt ihm aber nichts von seiner Faszination. Wer auf dem ersten Abschlag steht, schaut besser mal in das Birdiebuch, damit er eine Idee bekommt, wohin die Reise geht. Das hügelige Fairway macht den Drive zu einem "hit-and-hope"-Schlag, ein Treffer in der Mitte der Spielbahn ist kein Garant für eine gute Lage, die Bälle hüpfen und und springen, als hätten sie ein Eigenleben. So geht es über alle 18 Löcher. Fünf Abschläge bietet der Platz, von Weiss summieren sich die 18 Löcher auf stattliche 6305 Meter, die gelben Abschläge bringen es auf 5815 Meter. Durschnittliche Golfer sollten Blau wählen, die 5414 Meter sind mehr als genug.

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Der Eingang zum Klubhaus ist nicht zu übersehen. © Störtebek

Das Greenfee ist mit 128 € für deutsche Verhältnisse sehr hoch, aber dafür bekommt man einen Platz geboten, der so ganz anders ist als das, was in Deutschland sonst angeboten wird. So viel Links gibt es sonst nicht an Ost- und Nordsee, abgesehen vielleicht vom GC Föhr, der allerdings eine deutlich umständlichere Anreise erfordert. Im Greenfee enthalten sind in Winston eine kleine Tasche für Utensilien und ein hervorragender "Course Guide", der nicht nur alle 18 Löcher grafisch darstellt, sondern auch Tipps enthält, wie die einzelnen Löcher am besten zu bewältigen sind. Ebenfalls enthalten sind zwei alkoholfreie Getränke, die werden auch dringend benötigt beim Auf und Ab über den Platz.

Rechts oder links? Bahn 14 hat ein geteiltes Fairway. © Störtebek

Winston Links ist auch für geübte Spieler eine wahre Herausforderung. Für Anfänger oder hohe Handicapper ist er völlig ungeeignet, die können gar nicht so viele Bälle mitnehmen, wie sie benötigen würden, um nach 18 Löchern völlig geschafft zurück ins Klubhaus zu kommen. Das imponierende Bauwerk hat Stil, ein sehr freundliches Team an der Rezeption heisst Besucher willkomen und steht kompetent Rede und Antwort, das ist vorbildlich. Weniger erfreut waren wir von der Gastronomie. Wir wollten vor der Runde dort eine Kleinigkeit essen, das wurde eine echte Enttäuschung. Der Service dort war nachlässig und desinteressiert, das Essen war einfach schlecht. Eine fade Suppe und ein Salat, der es an Frische zu wünschen übrig liess - das läßt ordentlich Raum für Verbesserung. 

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Wer die Spielbahn an der 16 verfehlt, muss in die Senke, um seinen Ball zu finden. © Störtebek

Die Golfanlage ist von Hamburg oder auch Berlin gut zu erreichen, auch eine weitere Anreise lohnt sich. Gute Übernachtungsmöglichkeiten in der Umgebung machen es sicher reizvolle, beide 18-Loch-Plätze zu spielen. Winston Links wurde in den vergangenen Jahren mehrfach als bester deutscher Golfplatz ausgezeichnet, ich finde zu Recht. Der Mut, einen Platz wie diesen im Herzen Mecklenburgs anzusiedeln, verdient Anerkennung und Respekt. 

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Auch ein kurzes Par 3 hat seine Tücken - Hügel und Bunker machen es schwierig. © Störtebek

Golfplatz-Fakten

  • 18-Löcher-Linksplatz
  • Par 72
  • spielbar für WINSTONgolf-Mitglieder
  • spielbar für Mitglieder anderer Golfclubs
  • ab Handicap -36* (Gäste)
  • 15 Min. Startzeitenabfolge
  • Golfplatz-Architekt: David J. Krause
  • Eröffnet: 2011

*
Herren mit Hcp -29 bis -36 spielen von den vorderen blauen Herrenabschlägen; freie Abschlagswahl ab Hcp -28. Damen bis Hcp -36 spielen von den Damenabschlägen (rot).

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In Bunkernähe wird es immer ungewmütlich - Hanglagen sind garantiert. © Störtebek

Greenfee WINSTONlinks

20. März bis 14. November 
18 Loch 128,00 € p.P.
9 Loch 75,00 € p.P. 

Sundowner*
18 Loch 90,00 € p.P. 
9 Loch 53,00 € p.P. 

15. November bis 19. März* 
(Winter-Greenfee) 
18 Loch 84,00 € p.P.
9 Loch 50,00 € p.P.

inkl. 2 alkoholfreie Rundengetränke

* keine weiteren Ermäßigungen anwendbar 

Der WINSTONlinks ist deutsche Turnierstation der Staysure Tour (vormals European Senior Tour).


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