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22.05.2016 - Wer auf die Insel Föhr zum Golfen fährt, findet dort auch eine feine Unterkunft. Rackmers Hof und Golfclub Föhr - das perfekte Paar

Vor einigen Wochen haben wir bereits einmal über das Hotel Rackmers Hof auf der Nordseeinsel Föhr berichtet. Jetzt haben wir uns auf den Weg gemacht, um das Hotel und den neu eröffneten Golfplatz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Fazit vorweg: der Weg auf die Insel lohnt sich - für jeden, der ein feines Hotel wirklich zu schätzen weiss und einen sehr außergewöhnlichen Golfplatz spielen möchte.

Rackmers Hof

Friesische Tradition: der Rackmers Hof in Oevenum, mitten auf der Insel Föhr. 

Es gibt Hoteliers, für die der Begriff "Gastgeber" viel besser passt. Das trifft auf Marianne Roeloffs im Rackmers Hof in Oevenum auf der Nordseeinsel Föhr ganz sicher zu, die Chefin des Hauses hat dieses Talent, ihren Gästen auf Anhieb das Wohlgefühl zu vemitteln, das richtige Hotel für die schönsten Tage des Jahres gebucht zu haben. Zugegeben, kleine Hotels haben es leichter, persönlich auf Gäste zuzugehen, aber eines Selbstverständlichkeit ist das trotzdem nicht. Als wir unsere kleine Suite beziehen, freue ich mich über ein paar schöne Details im Zimmer. Das betrifft nicht nur die Ausstattung mit geschmackvollen Accessoires, auch die Flasche Wasser sowie Wein im Kühlschrank, eine Obstschale und ein Glas mit Studentenfutter auf dem Tisch, dazu eine Nespresso-Maschine und ein ganze Handvoll Kapseln dazu - da bin ich als Kaffee-Geniesser spontan sehr zufrieden. Das ist ein gelungener Start ins Wochenende. Beim Frühstück am nächsten Morgen bin ich dann vollends beeindruckt - ein so abwechslungsreiches Büffet mit frischem Obst, Müsli, Säften, Smoothies, eine reichaltige Auswahl an Käse, Wurst, Schinken und Salaten, das ist schon große Klasse. Gut gestärkt beginnt der Tag, das scheint eine ideale Vorbereitung für eine Golfrunde, auf die ich sehr gespannt bin.

Rackmers Hof

Bäume sind rar, Ginster und Strandhafer prägen das Bild des Golfclubs Föhr. ©Störtebek

Der Golfclub Föhr, 1925 gegründet, zählt zu den ältesten Golfclubs in Deutschland. Aktuell zählt er ganz sicher auch zu den interessantesten weit und breit. Er verfügt über 27 Löcher, ist in den letzten Jahren komplett überarbeitet worden und die neuen Bahnen haben alle einen Links-Charakter. Als Links-Golfplätze bezeichnet man Golfplätze, die das "link", also die meist unwirtliche Verbindung zwischen Land und Meer, zum Golfen nutzen. In den hügeligen Sanddünen kann man weder Ackerbau noch Viehzucht betreiben, bestenfalls kann man eine Schafherde zwischen den typischen Ginsterbüschen, Strandhafer und Heide weiden lassen. Links-Golfplätze gibt es vorwiegend in Irland und Schottland, auch England bietet diese Art des Golfens. Von den rund 30.000 Plätzen in der Welt sind nur etwa 300 Plätze Links-Plätze, darum sind sie auch so hochattraktiv und locken Golfer aus aller Welt an. In St. Andrews in Schottland oder Royal County Down in Nordirland muss man Startzeiten monatelang im voraus buchen, und das zu horrenden Greenfees.Das wird Föhr sicher nicht passieren, die Anreise mit der Fähre empfinden viele sicher als zu mühselig und während sich auf den Britischen Inseln ein Golfplatz an den nächsten reiht, ist der Golfclub Föhr der einzige Platz auf der Insel. Startzeiten gibt es hier nicht und das Greenfee ist mit 69 € für 18 Löcher oder 44 € für 9 Löcher sehr moderat. Wer einen längeren Urlaub auf der Insel mit Golf kombinieren möchte, kann für 595 € (18 Löcher) oder 380 € (9 Löcher) eine Zehnerkarte erstehen. 

Rackmers Hof

Wasser ist rar auf dem Platz, kommt nur an wenigen Löchern ins Spiel. ©Störtebek

Föhr ist eine Insel in der Nordsee, die Idee zu einem Links-Golfplatz liegt also durchaus auf der Hand, auch wenn der Platz nicht direkt am Meer liegt. Für das Design des Platzes habe die Insulaner klugerweise einen Architekten gewählt, der mit der Insel seit Kindesbeinen vertraut ist, er hat schon mit seinen Eltern hier viel Zeit verbracht, heute schickt sich Christian Althaus an, einer der besten deutschen Architekten zu werden. Mit viel Liebe zu vielen Details hat er einen Platz entworfen, der es wirklich in sich hat. Ich habe als erstes die Kombination Rot/Gelb gespielt und dabei ordentlich Federn gelassen. 

Rackmers Hof

Eine Tafel am Abschlag hilft, die richtigen Landezonen zu finden. ©Störtebek

Die Runde beginnt mit einem Dogleg nach links (351 Meter für Herren, 290 für Damen), das Ziel vom Tee ist ein großer Baum mitten im Fairway. Wer auf der Linie nicht lang genug ist, bleibt in dem riesigen Sandhindernis hängen, wer zu weit nach rechts zielt, findet seinen Ball in einem kleinen Waldstück - oder auch nicht. Wer das Fairway trifft, kann noch lange nicht Luft holen, links vom Fairway ein Biotop - Betreten verboten! - rechts ein Wassehindernis, das vor dem Grün zu kurz geschlagene Bälle abfängt. Und dann das Grün: sehr wellig, wer nicht in die Nähe der Fahne kommt, wird alle Mühe haben, mit zwei Putts davon zu kommen. Mit einem Bogey zum Start ist hier jeder gut bedient, das Par ist auch für gute und sehr gute Spieler sicher die Ausnahme. Bahn Zwei (359 Meter Herren / 280 Damen) ist auch keine Erholung, vor allem weil etwa 30 Meter vor dem Grün eine hohe Düne den Blick und den Weg auf die Fahnenposition versperrt. Ein blinder Schlag, wo der endet, weiss man erst, wenn man zum Grün kommt. Ähnlich Bahn 3, ein mit 148 bzw 111 Metern nicht allzu langes Par Drei. Die Fahnenspitze weist den Weg, vom Grün ist bestenfalls ein Zipfel zu sehen. Wo hinspielen? Keine Ahnung also hit & hope. Wer auf den ersten drei Bahnen auch nur annähernd sein Handicap gespielt hat, ist schon sehr gut bedient und sollte nicht enttäuscht sein.

Rackmers Hof

Bahn 6 des roten Kurses: 148 Meter durch ein Tal auf ein Grün, das durch zwei Bunker verteidigt wird. ©Störtebek

Die drei Bahnen sollen zur Beschreibung des Platzes genügen, man muss sich an die vielfach blinden Schläge ins Grün gewöhnen. Wer sowohl die richtige Länge als auch die korrekte Richtung geschafft hat, ist allerdings noch nicht unbedingt am Ziel. Die Grüns haben Ondulierungen und Wellen, wie ich sie noch nicht erlebt habe und die Bälle nehmen oftmals ganz andere Wege, als es aus der Distanz aussieht. Und auf dem Grün wird es selten einfacher, es geht durch Senken und über Hügel, 90 Grad-Breaks sind tatsächlich nicht ungewöhnlich. Anders gesagt: wer auf diesem Platz zurecht kommen will, darf nicht davon ausgehen, auf Anhieb gut zu scoren. Diesen Platz muss man sich erspielen und es lohnt sich ungemein, kein Golfplatz in Norddeutschland kann mit der Attraktivität dieses Platzes konkurrieren. Loch 6 ist ein Par Drei mit einem erhöhten Abschlag am Rande des 60 Hektar großen Geländes, von hier gibt es den ersten herrlichen 180-Grad-Blick, ein Genuss. Der Platz wirkt nicht künstlich wie andere deutsche Pseudo-Linksplätze, er wirkt harmonisch und organisch. Er ist noch kein Jahr alt und muss an manchen Stellen noch anwachsen. Trotzdem hat man das Gefühlt, der im Jahre 1925 gegründete Klub zeigt eine große Reife. 

Rackmers Hof

Der Stolz der langen Tradition wir auf jeder Fahne auf dem Platz zelebriert: 1925! ©Störtebek
 

Viele Golfer werden ob der Schwere des Platzes frustriert sein, das ist etwas schade, versperrt das ungute Gefühl über die Lage im Bunker, den verschwundenen Ball im Ginster oder den nächsten Dreiputt die Sicht auf das liebevolle Design des Platzes. Das erschließt sich beim ersten Mal vielleicht mit Staunen, bei weiteren Runden gibt es sicher mehr Gelegenheit, sowhl auf Details zu achten als auch den Gesamteindruck zu geniessen. Schade, dass das nahe Meer von keinem Punkt des Platzes zu sehen ist, ein hoher Hügel mit Rundum- und Weitsicht in der Mitte des Platzes hätte sicher gut getan. Die dreimal neun Löcher sind jeweils so konzipiert, dass sie am Klubhaus ankommen, der Blick auf die Terrasse macht schon aus der Ferne Appetit auf ein frisches Bier oder eine Speise. Klar, vor dem Essen schauen wir noch im Proshop vorbei, der direkt an der Driving Range liegt. Regina Oldsen hat nicht viel Platz in ihrem Shop, aber ist sehr gut sortiert. Ein klasse Angebot an Accessoires, Schuhen und Schlägern. Wer als Gast auf die Insel kommt, kann sich hier komplett und perfekt ausrüsten, die Clubmitglider wissen hoffentlich zu schätzen, wie gut das Angebot ist. Auch Leihschläger gibt es für nur 15 €, keine alten Krücken, sondern aktuelles Material. 

Rackmers Hof

Die Terrasse ist gut besucht, es schmeckt ganz offensichtlich. ©Störtebek

Der Besuch in der Gastronomie ist ein weiteres Highlight. Gérard Buron kocht seit einem Jahr im GC Föhr, und das Rumpsteak habe ich in einschlägigen Steak-Restaurants noch nicht besser bekommen. Eine Karte, wie ich sie in einem Golfclub erwarte: über kleine, einfache Gerichte bis zu Fisch und Fleisch vom Feinsten, alles wirklich preiswert. Es scheinz Klubmitgliedern und Gästen zu gefallen, die Terrasse ist voll besetzt, es wird gegessen und getrunken. 

Am Ende des Tages geht es zurück in den Rackmers Hof. Die Espresso-Maschine wird in Betrieb genommen, auf der Terrasse gibt es noch einen kleinen Schwarzen und bei einem weiten Blick in den norddeutschen Himmel wird noch einmal gründlich über den Platz nachgedacht. Fazit: ein "must see" - wer den Golfplatz Föhr nicht ansteuert, macht einen großen Fehler und wer bei seinem Inselbesuch nicht im Rackmers Hof wohnt, verpasst das vielleicht beste Hotelfrühstück, das er je hatte.

Rackmers Hof

Modern und trotzdem gemütlich: die Zimmer im Rackmers Hof sind geschmackvoll eingerichtet.

Rackmers Hof Buurnstraat 1 D-25938 Oevenum

Telefon: +49 4861 746377 www.rackmershof.de, E-Mail: hotel@rackmers.de

Golf Club Föhr e.V., Grevelingstieg 6 D-25938 Nieblum

Telefon: +49 4681 580455, Web: www.golfclubfoehr.deE-Mail: info@golfclubfoehr.de

Sekretariat Inge Brodersen & Gabriele Mommsen, Clubmanager Florian Gneist

Pro Shop Oldsen: Ansprechpartnerin: Regina Oldsen & Mark Oldsen

Telefon: +49 4681 501089, Mobil: +49 160 98488451, E-Mail: proshopfoehr@t-online.de

Ökonomie im Golf Club Föhr e.V., Gérard Buron, Telefon: +49 4681 50476


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